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1948 – Ein „Zeitvertreib“ wird
von einigen jungen Männern dankbar aufgegriffen. Im alten Saal Bender übt
man sich im Pingpong, genauer gesagt: Tisch-Tennis im reinsten Sinne des
Wortes.
Dem kleinen Kreis der Initiatoren dieser „Interessengemeinschaft“, der
sich schon bald einer regelmäßigen Übungszeit unterzieht, gehört ein
Mann an, der bis zum heutigen Tage dem Tischtennis nicht nur treu
geblieben ist, sondern ohne Unterbrechung in allen Verbandsrunden als
Aktiver mitgewirkt hat: es ist unser Sportkamerad Ewald Bender.
Das Spiel findet Anklang, die Zahl der Interessenten vergrößert sich.
Wunsch und Wille, aus Spiel Sport werden zu lassen, führt Ende 1960 zur
Gründung einer eigenständigen Abteilung innerhalb des Turnvereins. Zu
den Gründern zählen neben Ewald Bender,
Josef Nowak, Dietrich
Tippmann, Horst Bender,
Dieter und Wilhelm, Eichhorn und Karl Zarniko.
Zuvor
aber waren für damalige Verhältnisse nicht leicht zu bewältigende
Probleme zu lösen: Platten mussten her, wirkungsvolle Beleuchtung musste
installiert werden und anderes mehr.
Räumlichkeit
war reichlich gegeben, und es darf hierbei einmal ausgesprochen werden, daß
wir mit unserer Sing- und Turnhalle über viele Jahre den meisten
Mannschaften der Verbandsrunden und anderer Begegnungen eine vorbildliche
Sportstätte boten.
Dem ersten Spartenleiter, Josef
Nowak, ist es im wesentlichen zu verdanken, dass in wenigen Monaten an
vier Platten gespielt werden konnte. Seine handwerklichen Fähigkeiten
wurden tatkräftig durch den Sportfreund Zarniko unterstützt und schließlich
noch durch Ewald und Horst Bender ergänzt, die dem Eigenbau den
vorgeschriebenen Glanz gaben.
Dass
der Verein finanziell sein Scherflein dazu beitrug, mag als selbstverständlich
betrachtet werden; ohne die großzügige Hilfestellung eines Heinrich
Leidich – unserem Wagner -, und einer nicht unerheblichen Finanzspritze
unseres Sportfreundes und Mitaktiven der Gründerjahre, Alfred Leidich, wären
diese „Träume“ aber sicher nicht so bald Wirklichkeit geworden.
Diese
Voraussetzungen waren Grundlage für ernsthafte Trainerarbeit mit ständig
sich vergrößerndem Spielerkreis und einer bereits 1961 einsetzenden
intensiven Nachwuchsschulung.
Am
01.05.1961 erfolgte die Anmeldung beim Hessischen Tischtennisverband.
Schon
im darauffolgenden Jahr nahmen zwei Vierermannschaften an der
Verbandsrunde der Kreisklasse D teil.
Laut
Rangliste waren es die Spieler Dieter Eichhorn, Wilhelm Eichhorn, Karl
Zarniko, Ewald Bender, Alfred Leidich, Josef Nowak, Dietrich Tippmann,
Adolf Schneider, Willi Seth, Kurt Leidich und Erich Kuhl.
Zusätzlich
zu den Verpflichtungen der Verbandsrunden wurden viele Möglichkeiten des
Leistungsvergleichs auf Verbands- und Kreisebene, bei Turnieren und
Freundschaftsspielen wahrgenommen, welche die Spieler sportlich und
menschlich bereicherten.
In
diesem Zusammenhang erfährt 1964 der Vereinsbeitritt zweier US-Bürger,
zu der Zeit wohnhaft in Grüningen, eine herausragende Bedeutung. Als
Offiziere ihres in Gießen stationierten Bataillons vermittelten Mike
Jones und George De Lucia Begegnungen mit einer Mannschaft des
Offizierkorps, die über das Sportliche hinaus zu herzlichen und
wertvollen Kontakten führten.
Wie
bereits erwähnt, lief schon frühzeitig eine intensive Nachwuchsförderung
an, die sich rasch ausweitete. Schüler aller Altersklassen – Kinder von
Vereinsmitgliedern wie Nichtmitgliedern – konnten für den
Tischtennissport begeistert werden.
In
den Jahren 1962 bis 1969 sprachen unsere Schüler und Jugendlichen auf
Kreisebene und darüber hinaus ein gewichtiges Wort mit.
Nachfolgende
Dokumentation lässt nur in etwa den Trainingsfleiß und die Ausdauer der
jungen Menschen sichtbar werden. Der Motor dieser
Jahre war der heute noch aktiv mitwirkende Sportkamerad Karl Zarniko.
So
konnten in dem genannten Zeitraum insbesondere die Schülerinnen im
Vergleich mit Konkurrenten der Spitzenvereine auf kreis- und
bezirksoffenen Turnieren zweimal Platz 1 und siebenmal Platz 2 und
sechsmal Platz 3 im Einzel, zweimal Platz 1 und sechsmal Platz 2 im Doppel
für sich verbuchen.
In
Meisterschaftsentscheidungen sieht die Bilanz wie folgt aus:
Kreismeisterschaft
1962
Platzierung im
Einzel:
1. Marianne Mohn
2. Hannelore Poetsch
3. Ingrid Petri
Platzierung im
Doppel:
1. M. Mohn / I. Petri
Bezirksmeisterschaft
1962 ( Niederscheld )
Einzel:
2. Marianne Mohn
Doppel:
2. M. Mohn / I. Petri
Gruppenmeisterschaft
1962 (Gießen )
Einzel:
3. Marianne Mohn
Doppel:
2. I. Petri / Renate Marsteller
Kreismeisterschaft
1963
Einzel:
1. Hannelore Poetsch
Doppel: 2. H. Poetsch / Mühlich
(GWG)
Gruppenmeisterschaft 1963 ( Dörnigheim )
Einzel:
3. Hannelore Poetsch
Kreismeisterschaft 1964
Doppel:
1. Rosemarie Gilbert / H. Kaus
Bezirksmeisterschaft
1964 ( Gießen )
Doppel:
2. R. Gilbert / Hannelore Kaus
Kreismeisterschaft
1969
Einzel:
Sigrid Kuhl
Rosemarie
Gilbert – begeistert bei der Sache und erfolgreich auch in anderen
Begegnungen – verstarb ein einhalb Jahre danach, wenige Tage vor ihrem
14. Geburtstag, an einer heimtückischen Krankheit.
In
der Jugendklasse finden wir bei der Kreismeisterschaft 1964 Hannelore
Poetsch auf Platz 3 und im Doppel H. Poetsch / Annemarie Niesner auf Platz
2.
1965
erkämpft sich Annemarie Niesner den zweiten Platz, und im Mixed mit H.J.
Hackenberg vom GSV Platz 1.
Zu
den hier namhaft gemachten Spielerinnen kamen noch viele weitere
jugendliche Sportler, die ebenfalls mit Begeisterung dabei waren und
sportlich fair spielstärkeren Mitbewerbern das Feld räumen mussten.
Die
Leitung der Abteilung Tischtennis war inzwischen in andere Hände übergegangen.
Josef Nowak wurde Bauherr und gab darum 1964 sein Amt an Dietrich Tippmann
ab.
Drei
Jahre später entschlossen sich die Beteiligten, die Verantwortlichkeit
einem Gremium junger Nachwuchsspieler zu übertragen.
Nachdem
Reinhard Zarniko und Erhard Leidich aus beruflichen Gründen den Wohnsitz
wechselten und somit leider nicht mehr zur Verfügung stehen konnten,
wurde dem Dritten des „Triumvirates“, Manfred Emmerich, die Abteilung
anvertraut.
Manfred
Emmerich hat sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt selbstlos mit viel
Geschick und Erfolg dieser Aufgabe gewidmet.
Um
den Nachwuchs – das A und O jeder Sportgruppe – machten sich neben dem
Spartenleiter besonders Walter Seth, Manfred Bender und Norbert Backes
verdient.
Trainingsarbeit
und Verbandsverpflichtungen wurden durch Pokalwettbewerbe und
Ranglistenturniere aufgelockert.
Mit
dem Jahr 1972 beginnend wird die Durchführung einer Vereinsmeisterschaft
zur ständigen Einrichtung.
1972 Walter Seth
1977, 1978, 1979 Walter Seth
1973
Erhard Leidich
1980 Norbert Backes
1974, 1975 Walter Seth
1981, 1982 Walter Seth
1976 Klaus Wichert
Seit
Beginn der Verbandsrunde 1968 / 69 spielte erstmals eine Sechsermannschaft
in der Kreisklasse C. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang schließlich
mit Abschluss der Verbandsrunde 1977 / 78 der Aufstieg in die Kreisklasse
B, dem Abstieg und 1980 / 81 erneuter Aufstieg folgten.
Die
Mannschaft hat in dieser Gruppe bis heute respektable Leistungen bringen können.
Eine
zweite Sechsermannschaft „mischt“ ebenfalls mit Erfolg in der
Kreisklasse C mit.
Neben
vereinsinternen Wettkämpfen waren einige Spieler mit beachtlichem Erfolg
auf Kreis- und Bezirksausscheidungen vertreten. Das Jahr 1977 wurde zu
einem der erfolgreichsten.
Walter
Seth holte sich in sehenswerten Kämpfen den ersten Platz und somit die
Kreismeisterschaft.
Mit
gleichem Elan und hervorragender Einstellung errangen Norbert Backes und
Manfred Bender diesen Titel im Doppel.
Und
letztendlich konnte Volker Wiegel mit einem Partner aus Heuchelheim diesen
beachtlichen Erfolgen auch noch den Vizemeister hinzufügen.
Schließlich
gelang dem Doppel Seth / Backes mit dem zweiten Platz in der Bezirks- Meisterschaft
ein weiterer beachtenswerter Sieg für die Farben des Turnvereins.
Solche
prächtigen Erfolge sind nicht nur Ausdruck sportlicher Einzelleistung,
sondern auch Ergebnis eines sprichwörtlich hervorragenden Mannschaftsgefüges
und Geistes.
Der
Tischtennisabteilung kann man dazu nur gratulieren und wünschen, dass
immer wieder Nachwuchs herangebildet werden kann, der in sportlichem Sinne
für den Turnverein von sich reden machen wird.
gez.:
Karl Zarniko
gez.:
Manfred Emmerich
Die Tischtennismannschaften – 1983:
v.l.
Manfred Emmerich, Walter Seth, Martin Kaus, Norbert Backes, Dirk Hecker,
Ewald Bender, Martin Nitsch, Heiner Bongartz, Manfred Bender, Martin
Zarniko, Eckard Reitz, Hans-Peter Dorau, Karl Zarniko, Klaus Wichert
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