Chronik

  1960 - 1983

                                                                

 Abteilungsleiter:    Manfred Emmerich       Schulstraße, 6301 Grüningen  

1948 – Ein „Zeitvertreib“ wird von einigen jungen Männern dankbar aufgegriffen. Im alten Saal Bender übt man sich im Pingpong, genauer gesagt: Tisch-Tennis im reinsten Sinne des Wortes.
Dem kleinen Kreis der Initiatoren dieser „Interessengemeinschaft“, der sich schon bald einer regelmäßigen Übungszeit unterzieht, gehört ein Mann an, der bis zum heutigen Tage dem Tischtennis nicht nur treu geblieben ist, sondern ohne Unterbrechung in allen Verbandsrunden als Aktiver mitgewirkt hat: es ist unser Sportkamerad Ewald Bender.
Das Spiel findet Anklang, die Zahl der Interessenten vergrößert sich. Wunsch und Wille, aus Spiel Sport werden zu lassen, führt Ende 1960 zur Gründung einer eigenständigen Abteilung innerhalb des Turnvereins. Zu den Gründern zählen neben Ewald Bender,  Josef Nowak,  Dietrich Tippmann,  Horst Bender,  Dieter und Wilhelm, Eichhorn und Karl Zarniko.

Zuvor aber waren für damalige Verhältnisse nicht leicht zu bewältigende Probleme zu lösen: Platten mussten her, wirkungsvolle Beleuchtung musste installiert werden und anderes mehr.

Räumlichkeit war reichlich gegeben, und es darf hierbei einmal ausgesprochen werden, daß wir mit unserer Sing- und Turnhalle über viele Jahre den meisten Mannschaften der Verbandsrunden und anderer Begegnungen eine vorbildliche Sportstätte boten.

Dem ersten Spartenleiter, Josef Nowak, ist es im wesentlichen zu verdanken, dass in wenigen Monaten an vier Platten gespielt werden konnte. Seine handwerklichen Fähigkeiten wurden tatkräftig durch den Sportfreund Zarniko unterstützt und schließlich noch durch Ewald und Horst Bender ergänzt, die dem Eigenbau den vorgeschriebenen Glanz gaben.

Dass der Verein finanziell sein Scherflein dazu beitrug, mag als selbstverständlich betrachtet werden; ohne die großzügige Hilfestellung eines Heinrich Leidich – unserem Wagner -, und einer nicht unerheblichen Finanzspritze unseres Sportfreundes und Mitaktiven der Gründerjahre, Alfred Leidich, wären diese „Träume“ aber sicher nicht so bald Wirklichkeit geworden.

Diese Voraussetzungen waren Grundlage für ernsthafte Trainerarbeit mit ständig sich vergrößerndem Spielerkreis und einer bereits 1961 einsetzenden intensiven Nachwuchsschulung.

Am 01.05.1961 erfolgte die Anmeldung beim Hessischen Tischtennisverband.  

Schon im darauffolgenden Jahr nahmen zwei Vierermannschaften an der Verbandsrunde der Kreisklasse D teil.  

Laut Rangliste waren es die Spieler Dieter Eichhorn, Wilhelm Eichhorn, Karl Zarniko, Ewald Bender, Alfred Leidich, Josef Nowak, Dietrich Tippmann, Adolf Schneider, Willi Seth, Kurt Leidich und Erich Kuhl.  

Zusätzlich zu den Verpflichtungen der Verbandsrunden wurden viele Möglichkeiten des Leistungsvergleichs auf Verbands- und Kreisebene, bei Turnieren und Freundschaftsspielen wahrgenommen, welche die Spieler sportlich und menschlich bereicherten.

In diesem Zusammenhang erfährt 1964 der Vereinsbeitritt zweier US-Bürger, zu der Zeit wohnhaft in Grüningen, eine herausragende Bedeutung. Als Offiziere ihres in Gießen stationierten Bataillons vermittelten Mike Jones und George De Lucia Begegnungen mit einer Mannschaft des Offizierkorps, die über das Sportliche hinaus zu herzlichen und wertvollen Kontakten führten.

Wie bereits erwähnt, lief schon frühzeitig eine intensive Nachwuchsförderung an, die sich rasch ausweitete. Schüler aller Altersklassen – Kinder von Vereinsmitgliedern wie Nichtmitgliedern – konnten für den Tischtennissport begeistert werden.  

In den Jahren 1962 bis 1969 sprachen unsere Schüler und Jugendlichen auf Kreisebene und darüber hinaus ein gewichtiges Wort mit.  

Nachfolgende Dokumentation lässt nur in etwa den Trainingsfleiß und die Ausdauer der jungen Menschen sichtbar werden. Der Motor dieser Jahre war der heute noch aktiv mitwirkende Sportkamerad Karl Zarniko.  

So konnten in dem genannten Zeitraum insbesondere die Schülerinnen im Vergleich mit Konkurrenten der Spitzenvereine auf kreis- und bezirksoffenen Turnieren zweimal Platz 1 und siebenmal Platz 2 und sechsmal Platz 3 im Einzel, zweimal Platz 1 und sechsmal Platz 2 im Doppel für sich verbuchen.  

In Meisterschaftsentscheidungen sieht die Bilanz wie folgt aus:  

Kreismeisterschaft 1962  

                        Platzierung im         Einzel:           1. Marianne Mohn
                                                                                2. Hannelore Poetsch
         
                                                                       3. Ingrid Petri  

                        Platzierung im         Doppel:          1. M. Mohn / I. Petri  

Bezirksmeisterschaft 1962 ( Niederscheld )  

                                                          Einzel:            2. Marianne Mohn
                                                         
Doppel:          2. M. Mohn / I. Petri

Gruppenmeisterschaft 1962 (Gießen )  

                                                           Einzel:           3. Marianne Mohn
                                                         
Doppel:          2. I. Petri / Renate Marsteller  

Kreismeisterschaft 1963
                                                          
Einzel:           1. Hannelore Poetsch

                                                          
Doppel:         2. H. Poetsch / Mühlich (GWG)

 Gruppenmeisterschaft 1963 ( Dörnigheim )  

                                                           Einzel:           3. Hannelore Poetsch
Kreismeisterschaft 1964

                                                           Doppel:          1. Rosemarie Gilbert / H. Kaus  

Bezirksmeisterschaft 1964 ( Gießen )  

                                                           Doppel:          2. R. Gilbert / Hannelore Kaus  

Kreismeisterschaft 1969

                                                           Einzel:           Sigrid Kuhl  

Rosemarie Gilbert – begeistert bei der Sache und erfolgreich auch in anderen Begegnungen – verstarb ein einhalb Jahre danach, wenige Tage vor ihrem 14. Geburtstag, an einer heimtückischen Krankheit.  

In der Jugendklasse finden wir bei der Kreismeisterschaft 1964 Hannelore Poetsch auf Platz 3 und im Doppel H. Poetsch / Annemarie Niesner auf Platz 2.

1965 erkämpft sich Annemarie Niesner den zweiten Platz, und im Mixed mit H.J. Hackenberg vom GSV Platz 1.  

Zu den hier namhaft gemachten Spielerinnen kamen noch viele weitere jugendliche Sportler, die ebenfalls mit Begeisterung dabei waren und sportlich fair spielstärkeren Mitbewerbern das Feld räumen mussten.

Die Leitung der Abteilung Tischtennis war inzwischen in andere Hände übergegangen. Josef Nowak wurde Bauherr und gab darum 1964 sein Amt an Dietrich Tippmann ab.  

Drei Jahre später entschlossen sich die Beteiligten, die Verantwortlichkeit einem Gremium junger Nachwuchsspieler zu übertragen.  

Nachdem Reinhard Zarniko und Erhard Leidich aus beruflichen Gründen den Wohnsitz wechselten und somit leider nicht mehr zur Verfügung stehen konnten, wurde dem Dritten des „Triumvirates“, Manfred Emmerich, die Abteilung anvertraut.  

Manfred Emmerich hat sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt selbstlos mit viel Geschick und Erfolg dieser Aufgabe gewidmet.  

Um den Nachwuchs – das A und O jeder Sportgruppe – machten sich neben dem Spartenleiter besonders Walter Seth, Manfred Bender und Norbert Backes verdient.  

Trainingsarbeit und Verbandsverpflichtungen wurden durch Pokalwettbewerbe und Ranglistenturniere aufgelockert.  

Mit dem Jahr 1972 beginnend wird die Durchführung einer Vereinsmeisterschaft zur ständigen Einrichtung.  

            1972 Walter Seth                                        1977, 1978, 1979 Walter Seth

            1973   Erhard Leidich                                1980 Norbert Backes

            1974, 1975 Walter Seth                             1981, 1982 Walter Seth

            1976 Klaus Wichert  

Seit Beginn der Verbandsrunde 1968 / 69 spielte erstmals eine Sechsermannschaft in der Kreisklasse C. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang schließlich mit Abschluss der Verbandsrunde 1977 / 78 der Aufstieg in die Kreisklasse B, dem Abstieg und 1980 / 81 erneuter Aufstieg folgten.  

Die Mannschaft hat in dieser Gruppe bis heute respektable Leistungen bringen können.  

Eine zweite Sechsermannschaft „mischt“ ebenfalls mit Erfolg in der Kreisklasse C mit.  

Neben vereinsinternen Wettkämpfen waren einige Spieler mit beachtlichem Erfolg auf Kreis- und Bezirksausscheidungen vertreten. Das Jahr 1977 wurde zu einem der erfolgreichsten.  

Walter Seth holte sich in sehenswerten Kämpfen den ersten Platz und somit die Kreismeisterschaft.  

Mit gleichem Elan und hervorragender Einstellung errangen Norbert Backes und Manfred Bender diesen Titel im Doppel.  

Und letztendlich konnte Volker Wiegel mit einem Partner aus Heuchelheim diesen beachtlichen Erfolgen auch noch den Vizemeister hinzufügen.  

Schließlich gelang dem Doppel Seth / Backes mit dem zweiten Platz in der Bezirks- Meisterschaft ein weiterer beachtenswerter Sieg für die Farben des Turnvereins.  

Solche prächtigen Erfolge sind nicht nur Ausdruck sportlicher Einzelleistung, sondern auch Ergebnis eines sprichwörtlich hervorragenden Mannschaftsgefüges und Geistes.  

Der Tischtennisabteilung kann man dazu nur gratulieren und wünschen, dass immer wieder Nachwuchs herangebildet werden kann, der in sportlichem Sinne für den Turnverein von sich reden machen wird.  

gez.: Karl Zarniko  

gez.: Manfred Emmerich  

 Die Tischtennismannschaften – 1983:

v.l. Manfred Emmerich, Walter Seth, Martin Kaus, Norbert Backes, Dirk Hecker, Ewald Bender, Martin Nitsch, Heiner Bongartz, Manfred Bender, Martin Zarniko, Eckard Reitz, Hans-Peter Dorau, Karl Zarniko, Klaus Wichert

 

 
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